Ausgabe 44
19.2.2012
 
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Geschichten rund um KH II

Der Valentinsball II
 

Der Tag des Valentinsballs war gekommen und entgegen Olgas Vermutungen waren die Teilnehmerzahlen sehr hoch. Die Eintrittskarten waren bereits im Vorverkauf weggegangen und die Bürger Schnupfelingens und der umliegenden Orte freuten sich auf den Ball. Fräulein Rosenwassers Idee schien wirklich hervorragend gewesen zu sein und aufgrund der positiven Resonanz machte es Olga große Freude ihr bei den Vorbereitungen zu helfen.

Die beiden entschieden sich bewusst für einen Maskenball. Die älteren Paare konnten sich so aufs Neue kennenlernen und die Singles mussten sich allein auf die Sympathie des Gegenübers verlassen. Somit waren Vorurteile ausgeschlossen, was das Ganze wahnsinnig spannend machte. Die letzten Vorbereitungen waren getroffen: Der Catering- Service brachte die Speisen, die kitschigen Herzchen- Luftballons waren aufgehängt, die Band stimmte ihre Instrumente an und die Türsteher warteten vor dem Einlass auf die Gäste. Olgas Herz schlug ihr bis zum Hals, sie setzte schnell ihre mit grünen Federn besetzte, barocke Maske auf und erwartete die Gäste mit einem freudigen Lächeln.

Die Masken der eingetroffenen Besucher waren wirklich herrlich: bunt schimmernd, mit Federn besetzt oder herrlich bemalt. Eine war schöner als die andere und sie verbargen die Gesichter der Gäste erstaunlich gut. Auf einmal erkannte sie ihren Flauschi, der gerade zur Tür hereinkam. Die beiden kannten sich seit so vielen Jahren, dass allein der Gang ihn eindeutig verriet. Sie versteckte sich schnell, um ihn noch ein bisschen hinzuhalten. Kichernd wartete sie hinter der Bar und beobachtete ihren Flauschi, wie er den Veranstaltungssaal nach ihr absuchte und sich dann zielstrebig auf eine Dame im rosa Abendkleid zubewegte.

Olga rieb sich die Augen. Erkannte ihr Flauschi sie nicht unter all den Damen? Das hatte sie nicht erwartet. Die Figur der Dame sah ihrer zwar sehr ähnlich, doch allein am ausgewählten Kleid, hätte er die Dame ausschließen können. Rosa war nun wirklich nicht ihre Farbe. Wie konnte er nur nicht bemerken, dass das nicht sie war? Als er der Frau auch noch einen Begrüßungskuss gab, tobte Olga innerlich vor Wut. Sie war bitter enttäuscht und rannte auf ihn zu um ihn zur Rede zu stellen. Forsch fasste sie ihn an der Schulter und riss ihm wütend die Maske vom Gesicht, um ihm in die Augen sehen zu können.

Doch der Anblick, der sich ihr bot, verschlug ihr den Atem. Schockierte, fremde Augen blickten in die ihren und sie hörte eine Stimme hinter sich: „Olga Schatz, lass doch den armen Kerl in Ruhe, was hat er dir denn getan?“

Olgas Herz schlug schnell und eine rote Brise von Scham legte sich über ihr Gesicht. Sie drehte sich langsam um und sah einen belustigten Flauschi, der sich den vor Lachen gekrümmten Bauch hielt. Olga rannte schnell weg, zu peinlich war ihr dieser Auftritt gewesen. Wie konnte sie sich nur getäuscht haben? Olga saß eine Weile auf einer Bank, als ihr jemand ein Glas Rotwein vors Gesicht hielt. „Mein Schatz, vergiss doch das Geschehene. Du hast dich eben geirrt, war das nicht der Sinn des Maskenballs? Nächstes Jahr zu Valentinstag kannst du bestimmt schon darüber lachen. Im Übrigen finde ich es sehr schön, dass du nach all den Jahren immer noch eifersüchtig bist!“ Er lächelte Olga liebevoll an und reichte ihr die Hand zum Tanz.

© Dr. Xantippe Xantis

 

 

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