
Schneegefühle
„Luigi, wo steckst du?“ Jana kam nach Dienstende nach Hause und suchte ihren Freund. Der italienische Krankenpfleger kam aus der Küche, er sah sie fragend an… „Schatz, ich hab eben eine tolle Idee gehabt, was hältst du davon, wenn wir am Wochenende Schlittschuhlaufen gehen?“
Luigi bekam ganz große Augen, rieb sich ganz plötzlich seinen Hinterkopf und dachte an seine Maaamaaaa…. Wie war das noch im letzten Jahr mit den ewigen Verkupplungsversuchen gewesen? Ach ja…. der letzte Winter – richtig… Luigi erinnerte sich:
Es war soweit, der Winter brach herein. Und ganz zum Entsetzen seiner Mutter war Luigi immer noch Single. Also beschloss sie, den nächsten Versuch zu starten, um ihren Sohn unter die Haube zu bringen. Diesmal sollte es die Nachbarstochter Regina Knochenbruch sein. Sie und Luigi kannten sich ja schon seit sie Babys waren. Ein Kindheitstrauma für Luigi. Denn sie hatte ihm beinah die Rippen gebrochen. Luigi kam gerade zur Tür rein, da wurde er schon von seiner Mutter überfallen. „Mein Jun’ge, Mama hat neues Frau für dich gefunden.“ sagte sie stolz. „Oh Mamaa, ich´e dachte´ene, wir´e haben´ene beschlossen´ene, dass´e ich´e mir´e selber´e eine Frau´e suche´ene“ meinte Luigi genervt. „Ja aber du suchen dir ja keine und Mama, will doch dass du glücklich bist“ sagte sie und kniff ihn in die Wange, als wäre er ein Dreijähriger.
„Wer´e ist´e es´ene denn´e, Mamma?“ fragte er, zu seinem Leidwesen doch sehr neugierig. „Eine junge Frau, du kennst sie von früher: Regina. Nettes Frau, gutes Familie.“ Sagte die Mutter und Luigi wurde bleich.„No! Mamma, bitte nicht´ene. Ich´e flehe dich an´ene. Bitt´e! Alle, nur´e nicht´ene die! Bitt´e!“ rief er panisch. „Stell dich nicht so an. Regina wird gutes Frau für dich und morgen geht ihr eislaufen, ja“ sagte sie und Luigi hatte verloren. Er konnte sich an die Titanmuskeln dieses Frauenzimmers noch sehr gut erinnern. Sie hatte ihn oft genug im Schwitzkasten gehabt und war alles andere als fraulich. Sie war in seinen Augen gemeingefährlich. Er hatte Angst, große Angst. Trotzdem traf er sich am nächsten Tag mit ihr und er traute seinen Augen kaum. Vor ihm stand eine grazile und anmutige junge Dame. Er war hin und weg. „Hallo Luigi wie geht es dir?“ fragte sie lächelnd. Luigi war begeistert sie sah ganz anders aus, als er sie in Erinnerung hatte. „Wollen´e wir´e, ähm, Schlittschuh …fahren´ene?“ fragt er stotternd und seine Mutter hatte die Hände gefaltet und lächelte.
„Tut mir leid, Luigi, aber ich bin hier, um dir zu sagen, dass wir nicht heiraten können. Ich habe Nemo gefunden.“ Sagt sie stolz. „Wen´e?“ fragte Luigi. „Na Nemo! Da gab es doch im BPZ die große Ausschreibung 'Findet Nemo!! Den Millionär eurer Träume' und ich hab gewonnen. Aber Du darfst gerne mein Trauzeuge sein. Danke Signora Paolo!“ rief sie und war verschwunden. Luigi stand wie angewurzelt da. So hatte er es sich nicht vorgestellt und seine Mutter schimpfte mal wieder. „Du hast nicht mal gekämpft, Luigi“ und er bekam wieder Schläge auf den Hinterkopf…
Ja richtig, und jetzt, wenige Wochen später war Luigi so glücklich mit seiner Jana, wie wunderbar, dass er nicht mit Regina zusammengekommen war und die sich an ihren Nemo gehalten hatte.
„Schlittschuhlaufen´e, wir´ene beid´ene, aber si si, gerne Schatz´e !“ Er drückte ihr einen Kuss auf die Wange und die beiden machten sich einen gemütlichen Abend in Vorfreude auf das kommende Wochenende.
© lenne87

