Ausgabe 44
19.2.2012
 
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Kommissariat Bullengrün

 

Praktikumsbericht

Das Abendessen
 

Vor zwei Tagen kam Luigi zum Abendessen bei mir vorbei. Er erzählte mir, dass Professor Flauschling an diesem Tag besonders gereizt gewesen war. Grund hierfür war die Information des Internetcafe´s, dass nirgendwo mehr Taschenlampen zu bekommen seien. Luigi erklärte mir dann, dass diese Lampen aber besonders wichtig zur Heilung der Solarplexusdämmerung sind und man ausgerechnet heute einige Neuzugänge bekommen hatte. Der Professor hatte versucht, die Patienten nicht in der Dunkelkammer zu behandeln, sondern sie mittels Lichttherapie auf dem Klinikdach zu heilen, doch wegen der Eiseskälte, litten die Armen nun auch noch unter einer Leberkäserkältung. Gut, das brachte einen Zeitgewinn von 5 Stunden, weil man sie jetzt erst einmal zur Nuklearmedizin schickte, aber morgen früh hätte man dann ein echtes Problem. Ich rief sofort Bullengrün an und fragte, ob wir nicht mit einigen Taschenlampen aus der Asservatenkammer aushelfen könnten. Doch er erklärte, dass wir bloß 2 alte Taschenlampen von einem Einbruch bei Frl. Rosenwasser hätten und diese schon damals defekt waren, daher hatte man die vermeintlichen Diebe auch schnell überführt, sie hatten massenhaft blaue Flecken und Schürfwunden, weil sie überall gegengestoßen waren. Das half uns also für dieses aktuelle Problem nicht weiter.

„Jana, ich rufe mal im Internetcafe an und werde der Sache auf den Grund gehen!“ schloss Bullengrün das Telefonat. Als Luigi und ich gerade die Suppenteller in die Spülmaschine räumten, klingelte es an der Tür. Mein Chef! „Jana, wir müssen los, ich habe eine heiße Spur!“ während ich Luigi bat, mit dem Hauptgang ohne mich zu beginnen, eilte ich meinem Vorgesetzten hinterher. Wir rasten geradewegs nach Bruchberg. Vorbei an Internetcafe, Autokino und Forschungslabor… „Chef, Sie ziehen doch nicht etwa voreilige Schlüsse?“ Er parkte den Wagen in einer Seitenstraße neben Dr. Knievels Labor. „pssst!“ flüsterte er. Wir lauschten in die stille Nacht hinein. Ein leises Klappern und Summen kam aus Knievels Garage. Wir näherten uns dem Tor und Bullengrün klopfte an. „Stinky, schnell – nun mach schon!“ hörten wir eine bekannte Stimme fauchen. „Wer ist da bitte?“ rief Stinky Peters von innen. „Aufmachen, Polizei!“ das Tor öffnete sich unter starken Quietschen und Knievels Gehilfe kroch heraus, ohne das Tor vollständig zu öffnen. „Was macht ihr da, Stinky, hier geht doch wieder irgendwas vor sich… wo ist Dr. Knievel?“ Stinky Peters schüttelte den Kopf, „Öh nichts, nur Experimente, und der Boss ist nicht da!“ Ich schob ihn zur Seite, beugte mich vor und sah unter dem Tor hindurch. „Lüg nicht, wir haben ihn doch gehört… und was ist DAS da? Was habt ihr da drin versteckt? Los, aufmachen!“ Stinky seufzte und öffnete endlich das Garagentor. Wir gingen hinein -vor uns stand ein IRGENDWAS, es sah aus wie ein riesiger Igel der aber keine Stacheln, sondern hunderte Taschenlampen auf dem Rücken trug. „Was ist DAS?“ fragten wir aus einem Munde. Dr. Knievel trat hinter dem Regal hervor, er fluchte leise vor sich hin und erklärte uns widerwillig, dass er eine neue Erfindung ausprobieren wollte. Der "XXL-Leuchtkäfer", so nannte er das Ding, sollte durch seine spezielle Umkehrformel kein Licht abgeben, sondern es aufsaugen. So hätte Knievel die Macht über das Sonnenlicht gehabt, und es wäre eine komplette Finsternis bewirkt worden. Was ein Bösewicht wie Knievel sich davon versprach, konnten wir uns ja selbst ausmalen.

Der Kommissar verlangte von den beiden, sofort alle Taschenlampen wieder in den Originalzustand zu versetzen und ins Kapihospital zu liefern. Außerdem ließ er im Internetcafe eine Bestellmengensperre für Knievels Account vermerken, um künftig solche Experimente zu verhindern.
Mich fuhr er zurück nach Hause, so dass ich wenigstens noch die Crème brûlée mit Luigi gemeinsam genießen durfte.

Jana Flink
(Assistentin im Praktikum)


© docwelli
 

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